Als ich das erste Mal in Skagen war, da dachte ich mir: Wow! Das ist jetzt also der Norden! Damals, als ich das erste Mal bei Smoo Cave in Schottland war, wurde mir klar: Das hier, das ist wirklich der Norden.
Und dann schaust du auf die Karte und merkst: Verdammt: Ich bin kaum auf der Höhe der skandinavischen Hauptstädte wie Stockholm oder Helsinki …
Mittlerweile waren wir bis am Nordkap und immerhin eine (eiskalte) Nacht auf Svalbard. Wir haben irgendwie alles gesehen, was man zurzeit legal im Norden sehen kann und sogar die Messzahl der „Nordizität“ kennengelernt, mit der sich die Russen mal interessant machen wollten. (Hat übrigens nicht funktioniert.)
Aber es zeigt schon auch, dass „Norden“ eben relativ ist. Im Fall von Schottland etwa ist der Norden mit dem Rest des Landes kaum zu vergleichen. Politisch sind die Schotten vom Süden Großbritanniens entschieden weiter entfernt als auf der Landkarte. Im Bereich des Wetters vielleicht noch mehr.
Und auch kulturell ist Schottland auf eine beeindruckend störrische Weise anders als Stratford, Nottingham oder Manchester.
Und das ist auch gut so.
Wieso kommt uns das jetzt in den Sinn? Weil wir uns entschieden haben, zwei Autoren in unser Programm aufzunehmen, die keinesfalls den Nordizitätsindex von 100 erreichen, aber dennoch zu uns passen und nach unserer Einschätzung eine Krimi-Serie mit viel Herz und Potenzial begonnen haben. Klassische Spannungsliteratur, bei der Schottland nicht Kulisse ist, sondern vielmehr integraler Bestandteil der Gesichte. Nicht Hauptdarsteller, aber ein Nebendarsteller, der eine nachhaltig tragende Rolle spielt. In Kultur, in dem aber auch, was Kriminalität ausmacht.
Der weibliche Part dieses Duos trägt einen großen Rucksack. Gillian Dunbar wuchs als Kind irischer und schottischer Eltern in Edinburgh, Ballyshannon und Galway auf. Sie veröffentlichte ihre erste Kurzgeschichte mit 16. Es folgten zwei Romane, ein Drehbuch und schließlich die „Urban Vampires“ und ihr erster Krimi „Ein blutiger Ort“, der sich rasch zu einem Bestseller mauserte. Gillian Dunbar lebt heute mit zwei Retrievern nördlich von Aberdeen an der Ostküste Schottlands.
Ihren Schreibpartner hat sie in Edinburgh kennengelernt.
Angus Douglas Campbell II wurde im schottischen Kirriemuir geboren. Er wuchs in Dundee und Kircaldy auf. Anschließend studierte er Film und Theaterwissenschaften in Edinburgh. Lange hielt er sich mit Bühnen-Jobs über Wasser, bis er sein erstes Stück verkaufen konnte.
Sein erstes Buch „Hard headed Lothian“ schrieb er in einem winzigen Zimmer mit Blick aufs historische Schloss der Stadt, das er aus sentimentalen Gründen bis heute nicht aufgegeben hat, obwohl Angus Campbell seinen Lebensmittelpunkt mittlerweile am Loch Leven hat.
Im Sommer ’27 ist es soweit.
Dann gibt es ein Tartan-Upgrade!
